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Die Geschichte der Schwebebahn

Chronologische Ansicht:

Bereits in den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts war in den Städten Barmen und Elberfeld die Notwendigkeit erkannt worden, ein zusätzliches Verkehrsmittel in der Talsohle zu bauen. Der Kölner Ingenieur Eugen Langen beschäftigte sich in diesen Jahren mit dem Projekt einer Schwebebahn.

Mitarbeiter der Baufirmen bei einem Erinnerungsfoto um 1898 als ein Wagenteil an der Varresbeck aufgehängt wurde.

Bau des Schwebebahnhofs Alexanderbrücke um 1898 (heute Ohligsmühle)

Bau der Schwebebahn um ca. 1899 in Höhe Wall/Schloßbleiche. Ein Gerüstteilstück wird an die vorbereitete Stelle am Islandufer transportiert.

Blick in den Innenraum des Fahrzeugs der Baureihe Baujahr 1900.

Der Schwebebahnhof Döppersberg um 1901.

Schwebebahnhof Rathausbrücke (heute Alter Markt) um 1903.

Schwebebahnhof Rathausbrücke (heute Alter Markt ) ca. 1910

Nachgestelltes Bild im neuen Kaiserwagen im November 1982. Dargestellt wird eine Reise in der Zeit um 1900 mit WSW-Mitarbeitern in historischen Kostümen.

Die Schwebebahnstation Wupperfeld. Die Schwebebahn verlässt die Station in Richtung Vohwinkel.

Schwebebahnstation Alter Markt

Die Schwebebahntrasse im Bereich der Kaiserstraße/Kaisergarten mit Blick aus der Krangondel am Schwebbahnhof Vohwiunkel. Zu sehen ist die Vohwinkeler Straße in Richtung Sonnborn.

Im Sommer 2000 wurde für die Ausbauarbeiten eine Montagestraße in der Wupper in Höhe der Gerüstbauwerkstatt Gutenbergstraße aufgebaut.

Schwebebahnstation Zoo/Stadion

Schwebebahnstation Ohligsmühle

Am 8. Februar 1887

wählten die Elberfelder Stadtverordneten eine „Kommission zur Prüfung des Projektes einer Hochbahn“.

Am 15. März 1887

wählte Barmen ebenfalls eine solche Kommission. Wenig später erfolgte der Zusammenschluss beider Kommissionen zu einer gemeinsamen Hochbahnkommission.

Am 28. Dezember 1894

Annahme des Schwebebahnprojekts „System Langen“ durch die Stadtverordneten-Versammlungen Barmens und Elberfelds.

Am 31. Dezember 1894

schlossen die Oberbürgermeister Friedrich Wilhelm Wegner und Adolf Hermann Jaeger den Vertrag über den Bau und den Betrieb einer Schwebebahn mit der Elektrizitäts-Aktiengesellschaft (vormals Schuckert & Co, Nürnberg) ab. Vereinbart wurde, die Strecke vom Zoo aus über die Wupper bis Rittershausen (Oberbarmen) zu bauen.

Am 15. Oktober 1895

schloss die Elektrizitäts-Aktiengesellschaft mit dem Bürgermeister der Landgemeinde Vohwinkel, Heinrich Bammel, einen Vertrag darüber, die Strecke über die Straße bis Vohwinkel weiterzubauen. Gegner verdammten schon bald den Bau der Schwebebahn als „wahnsinniges Unterfangen“. Es hieße Gott versuchen und sei sündige Eitelkeit, sich solch schwebendem Satanswerk anzuvertrauen. Nichtsdestotrotz gründete die Elektrizitäts-Aktiengesellschaft ein Tochterunternehmen für den Bau und den Betrieb der Schwebebahn: die „Continentale Gesellschaft für elektrische Unternehmungen“.

Am 31. Oktober 1896

erteilte die Königliche Regierung zu Düsseldorf der Continentalen Gesellschaft die staatliche Genehmigung zur Anlage einer Schwebebahn.

Im Sommer 1898

begann der Bau, der zügig voranschritt.

Am 5. Dezember 1898

fand die erste Probefahrt statt, die zweite folgte am 4. März 1899.

Am 24. Oktober 1900

fuhr Kaiser Wilhelm II. mit seiner Gemahlin Auguste Viktoria und seinem Gefolge von Döppersberg (Elberfeld Mitte) bis Vohwinkel.

Am 1. März 1901

konnte die Strecke Kluse-Zoo für den öffentlichen Fahrgastverkehr freigegeben werden (Datum der offiziellen Betriebseröffnung!).

Am 24. Mai 1901

folgte die Freigabe für den Streckenabschnitt Zoo-Vohwinkel.

Am 27. Juni 1903

wurde auch die restliche Strecke Kluse–Rittershausen (Oberbarmen) freigegeben. 19.200 Tonnen Eisen waren insgesamt verarbeitet worden. Die gesamte Strecke wies 472 Eisenstützen auf. Die Baukosten betrugen rund 16 Millionen Goldmark.

Am 1. Mai 1917

fuhr ein Zug auf einen defekten, auf der Strecke liegenden Zug auf und hob dessen hinteren Wagen aus den Gleisen. Einer der vier Wageninsassen trug eine Schramme davon.

1925

hatte die Schwebebahn insgesamt fast 20 Millionen Fahrgäste befördert.

Am 20. März 1926

Eröffnung des Neubaus des Bahnhofs Döppersberg, der bereits 1925 über acht Millionen Fahrgäste aufgenommen hatte.

Am 30. Mai 1943 und am 25. Juni 1943

wurden Stützen und Gerüst der Schwebebahn bei Luftangriffen auf Barmen und Elberfeld schwer getroffen. Mehrere Monate lang war nur ein Notbetrieb mit Pendelwagen möglich.

Am 19. Dezember 1944

Wiederaufnahme des regulären Rundbetriebs.

Am 1. Januar 1945

wurden Bahnhof und Werkstatt Vohwinkel schwer getroffen –wieder ruhte der Verkehr. Schwere Zerstörungen im März 1945 führten zu erneuten monatelangen Ausfällen.

Erst Ostern 1946

gab es wieder einen kompletten Schwebebahn-Rundverkehr.

1948

Zusammenschluss der „Städtischen Werke Wuppertal“ und den „Wuppertaler Bahnen AG“. Die Wuppertaler Schwebebahn gehörte damit zur neuen WSW AG – Wuppertaler Stadtwerke AG.

1950

Eine neue Wagengeneration ging in Betrieb.

Am 21. Juli 1950

sprang der junge Elefant Tuffi während der Zirkus-Werbefahrt aus dem fahrenden Schwebebahnzug in die Wupper – und kam mit einer Schramme am Po davon.

1962

Der erste Prototyp eines Gelenkwagens wurde aus zwei Fahrzeugen der 50er Jahre zusammengesetzt. Dank seiner blauen Farbe bekam er den Spitznamen „Enzian“.

18. Juli 1962

ging die von Siemens errichtete Signalanlage in Betrieb.

1965

Der zweite rote Gelenkzug ging in Betrieb.

Am 17.April 1967

Die provisorische neue Schwebebahnstation Alter Markt wurde eröffnet.

Am 30. September 1967

Offizielle Freigabe des neuen Schwebebahnhofs Alter Markt.

Am 11. September 1968

riss der schleudernde Anhänger eines LKWs in Sonnborn einen Stützpfeiler aus der Verankerung. Das Gerüst stürzte auf die Straße. Der Schwebebahnverkehr ruhte für zehn Wochen.

1972 - 1975

wurde der Schwebebahn-Wagenpark mit 28 modernen Gelenkzügen komplett erneuert. Erhalten blieben nur die Kaiserwagen mit der Nummer 5 und 22.

Vom 14. bis 29. Juli 1973

ruhte der Schwebebahnverkehr 16 Tage, weil das Gerüst im Bereich des Sonnborner Kreuzes auf rund 500 m Länge um maximal 2,20 m angehoben werden musste.

Vom 28. August bis 5. September 1974

ruhte der Schwebebahnverkehr erneut sieben Tage, als die Wendeanlage am Bahnhof Zoo/Stadion eingebaut wurde.

Im Dezember 1974

Einführung der europaweit ersten Bahn mit Ein-Mann-Zugabfertigung mittels fest installierten Kameras auf den Bahnhöfen und Bildschirmen in den Führerständen der Schwebebahnzüge.

Im März 1976

75. Geburtstag der Schwebebahn: Die Wuppertalerinnen und Wuppertaler sowie zahlreiche Gäste aus nah und fern feierten das große Ereignis eine Woche lang.

4. September 1982

Eröffnung des Bahnhofs Ohligsmühle.

1979-1984

Erneuerung und Verstärkung der Brückenlager am Schwebebahngerüst.

1984

Restaurierung des Jugendstil-Bahnhofs Werther Brücke.

24. Oktober 1990

90. Jubiläum des „Kaiserwagens“.

1. März 1991

90 Jahre offizieller Schwebebahnbetrieb.

Am 4. April 1995

fanden der Festakt und ein großes Volksfest anlässlich des Beginns des Schwebebahnausbaus an der Station Zoo/Stadion statt.

Am 28. Februar 1997

gab es den ersten Spatenstich zum Wiederaufbau der im Krieg zerstörten Station Kluse. Vom 21. bis 25. November 1997 wurde ein erster Austausch von Brücken und Stützen der Stahlkonstruktion im Bereich Kluse durchgeführt.

Am 25. März 1997

Wegen eines technischen Defekts fuhr in der Station Oberbarmen ein Gelenkzug auf den Kaiserwagen auf. 14 Insassen im Kaiserwagen wurden verletzt. An beiden Fahrzeugen entstand erheblicher Sachschaden.

Am 26. Mai 1997

wurde die Schwebebahn unter Denkmalschutz gestellt.

Am 26. März 1999

Eröffnung der Station Kluse als 20. Bahnhof der Schwebebahn.

Am 12. April 1999

ereignete sich das folgenschwerste Unglück in der Geschichte der Wuppertaler Schwebebahn: Nach Beendigung von Gerüstarbeiten war von der Baufirma ein Metallstück an der Fahrschiene nicht entfernt worden - der erste Zug stürzte in die Wupper. Fünf Fahrgäst verloren ihr Leben, 47 Personen wurden verletzt. Wiederaufnahme des Schwebebahnbetriebs am 9. Juli 1999.

Juni 1999 bis November 2000

Inbetriebnahme der neuen Stationen Adlerbrücke, Robert-Daum-Platz, Pestalozzistraße und Loher Brücke sowie der umgebauten Station Wuppertal Hbf.

1. März 2001

Festakt „100 Jahre Schwebebahn" in der Wuppertaler Stadthalle mit NRW-Ministerpräsident Wolfgang Clement.

17. April 2001

Inbetriebnahme der neuen Station Westende.

August 2001 bis September 2003

Inbetriebnahme der neuen Stationen Varresbecker Straße, Hammerstein, Wupperfeld, Sonnborner Straße, Zoo/Stadion, Bruch sowie der umgebauten Stationen Alter Markt und Ohligsmühle.

Bis Dezember 2005

wurden zwölf Schwebebahnstationen errichtet, zwei Schwebebahnstationen umgebaut und 95 Prozent des Gerüsts erneuert.

06. Oktober 2007

Inbetriebnahme der neuen Schwebebahnstation Vohwinkel.

17./18. Mai 2008

Feierliche Übergabe der Station Vohwinkel an die Bevölkerung mit einem großen Straßenfest zusammen mit der Arbeitsgemeinschaft Vohwinkeler Vereine e.V.

27. August 2010

Inbetriebnahme der Kurve am Stadion mit der neuen Stütze 100 sowie weiteren zehn Brücken und acht Stützen mit einem Gesamtgewicht von 719 Tonnen.

20. Juni 2011

Inbetriebnahme der formidentischen Station Landgericht – nach den ursprünglichen Plänen, ergänzt mit Aufzügen.

10. November 2011

Vertragsunterzeichnung in der Schwebebahnwerkstatt Vohwinkel zum Bau der neuen Schwebebahn mit dem Düsseldorfer Unternehmen Vossloh Kiepe.

21. Mai 2012

Inbetriebnahme der formidentischen Station Völklinger Straße.

22. Oktober 2012

Inbetriebnahme der neuen Station Oberbarmen/Berliner Platz.

12. August 2013

Inbetriebnahme der formidentischen Station Werther Brücke und Feierlichkeit am 19. August 2013.

Vom 3. bis 6. April 2014

Die WSW mobil (Wuppertaler Stadtwerke) feierte den offiziellen Abschluss des Schwebebahnausbaus mit mehreren Veranstaltungen für die Wuppertaler Bevölkerung und geladene Gäste in der neuen Wagenhalle Oberbarmen. Beim Festakt schlug NRW-Verkehrsminister Michael Groschek einen goldenen Niet in das Schwebebahngerüst.

14. November 2015

Um Punkt 11.15 Uhr wird der erste neue Schwebebahnwagen in Vohwinkel angeliefert. Ein emotionaler Moment, der bei einer großen Feier mit Wuppertalerinnen und Wuppertalern gewürdigt wurde.

9. Februar 2016

In der Nacht vom 8. auf den 9. Februar wird die erste Testfahrt mit der neuen Schwebebahn durchgeführt.

8. Juni 2016

Die neue Schwebebahn wird nun auch tagsüber getestet.