Die Geschichte des GTW72

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1972

   
Der erste GTW72 wird in Vohwinkel vom Tieflader abgeladen. 13.07.1972: Der erste der 28 neuen Gelenktriebwagen vom Typ GTW72 wird aus Nürnberg angeliefert. Mit Hilfe eines Tiefladers wird der Zug zur Schwebebahnwerkstatt transportiert.
     
Der festlich geschmückte Wagen bei seiner ersten Fahrt. 23.11.1972: Die Jungfernfahrt findet im Beisein von Johannes Rau, damals Wissenschaftsminister des Landes Nordrhein- Westfalen, und Bürgermeister Gottfried Gurland statt.
     

1973

   
Die Schwebebahn in Sonnborn. 24.02.1973: Im Rahmen des Hörfunks Ratespiels „Allein gegen alle“ hat die Schwebebahn einige einzigartige Fahrgäste: Sowohl ein Hummer als auch eine lebende Schlange sind mit von der Schwebepartie.
     
Der GTW72 unterwegs in der Station Hammerstein. Die Fahrer berichten von einem völlig neuen Fahrgefühl: Der Fahrhebel lässt sich in den neuen Zügen spielend leicht bewegen, der Schwingsitz ist besonders komfortabel. Zusätzlich wurde eine Automatik eingeführt, die Zeiten des Ruckelns und Bockens sind vorbei.
     

1974

   
Blick aus dem Fahrerstand eines neuen GTW72. 01.03.1974: Die Fernsehkameras auf den Bahnhöfen und die kleineren Bildschirme in den Gelenkzügen ersetzen den Zugbegleiter, der sonst das Ein- und Ausstiegen der Fahrgäste beobachtete. Diese Neuerung ist bei den „Blau-Orangenen“ nötig, weil diese nur noch im sogenannten Einmannbetrieb gefahren wurden.
     
Aufbau der neuen Wendeanlage. 01.03.1974: In Höhe Zoo / Stadion wird eine neue Schwebebahn-Wendeanlage installiert. Mehrere Tage ruht der Verkehr, weil der Drehkranz und die drehbaren Teile der Anlage der hoch gezogen und die Stützen angesetzt werden. Die Montage der erforderlichen Kabel und Leitungen wird noch einige Monate andauern.
     
Die neue Wendeanlage in Höhe Zoo / Stadion.    
     

 

1975

   
Der letzte GTW72 wird in Vohwinkel vom Tieflader abgeladen. März 1975: Der letzte der 28 neuen Schwebebahnzüge kommt per Bundesbahn in Vohwinkel an. Mit Hilfe eines Tiefladers wird er anschließend zur Schwebebahnwerkstatt transportiert. Jetzt besteht der Schwebebahn-Wagenpark zum ersten Mal aus lauter einheitlichen Typen.
     
Maßarbeit beim Abladen des Zuges.    
     

1976

   
Ein GTW72 schwebt am Geburtstag über Elberfeld. 24.05.1976: Die Schwebebahn wird 75 Jahre alt. Der Geburtstag wird mit Musikgruppen und vielem mehr gefeiert, ein festlich mit Blumen geschmückter Jubiläumszug geht in Oberbarmen bei bestem Wetter auf die Strecke.
     

1988

   
Pina Bausch mit Filmcrew in der Schwebebahn. 24.03.1988: Pina Bausch, Direktorin des Tanztheaters, dreht Szenen für einen Film in der Schwebebahn. Anlass ist eine Fernsehproduktion, die Pina Bausch für WDR realisiert. Die Drehorte befinden sich alle in Wuppertal.
     

1991

   
Der Kaiserwagen und ein GTW72 über der Wupper. 01.03.1991: Die Schwebebahn wird 90 Jahre alt. Am Jubiläumstag wird den Medien und den Wuppertalern der frisch hauptuntersuchte Kaiserwagen präsentiert. Die sieben Publikumsfahrten sind sofort ausverkauft, Zeitschriften berichten in großer Aufmachung, die Aktuelle Stunde sendet live aus der Station Döppersberg – und selbst die sowjetische Prawda bringt einen Beitrag über die „Trambahn“.
     

1997

   
Der beschädigte GTW72 mit Bayer-Logo. 25.03.1997: Die Bayer AG übernimmt einen Schwebebahnzug mit Aspirin Werbung in Vohwinkel. Am Abend fährt der Zug in Oberbarmen auf den Kaiserwagen auf, beide Züge sind erst einmal aus dem Verkehr gezogen.
     

1999

   
Das Schwebebahnunglück im Jahr 1999. 12.04.1999: Das folgenschwerste Unglück in der Geschichte der Wuppertaler Schwebebahn: Nach Beendigung von Gerüstarbeiten ist von der Baufirma ein Metallstück  an der Fahrschiene nicht entfernt worden - der erste Zug stürzt in die Wupper. Bei allen Beschäftigten der Wuppertaler Stadtwerke herrscht Betroffenheit angesichts des schweren Unfalls – die WSW unterstützen die Ermittlungsarbeiten der Staatsanwaltschaft, die den Unfallhergang schließlich aufklärt.
     
Nächtlicher Schwebebahnausbau auf der B7.   Nach dem Unglück geht der Schwebebahnausbau weiter: Die WSW unternehmen alles, um den hohen Sicherheitsanspruch wieder zu erfüllen. Vier Brückenlager werden ausgewechselt, fünf Meter Fahr- und Stromschiene und der Fahrschienenträger werden ersetzt und ausgebaut. Die untere horizontale Fachwerksebene wird erneuert. Nach mehr als 40 ausgetauschten Brücken und Stützen und jahrelangen Erfahrungen mit dem Montagekonzept weiß man: Das Konzept muss grundsätzlich nicht in Frage gestellt werden.
     

2001

   
Kaiserwagen und GTW72 am 100. Geburtstag. 01.03.2001: Der 100. Geburtstag der Wuppertaler Schwebebahn: Zum Tag der Inbetriebnahme vor 100 Jahren, findet eine Festveranstaltung zum Jubiläum in der Stadthalle statt. Das ganze Jahr über wird das Jubiläum mit zahlreichen Veranstaltungen würdig gefeiert.
     

2003

   
2003: Über 100 Jahre nach ihrer Inbetriebnahme wird die Schwebebahn in ganz neues Licht gesetzt. Bis 2006 soll das Schwebebahngerüst schrittweise dauerhaft beleuchtet werden, Stadt und WSW laden bekannte Lichtkünstler aus dem In- und Ausland ein, Vorschläge einzureichen. Der Entwurf des renommierten Wuppertaler Lichtplaners Johannes Dinnebier, der schon die Historische Stadthalle ins rechte Licht gesetzt hat, gewinnt den Wettbewerb.
     

2007

   
Der erste Zug im neuen Bahnhof Vohwinkel. 6.10.2007: Die neue Endstation der Schwebebahn in Vohwinkel wird in Betrieb genommen. Der neue Bahnhof ist hell und behindertengerecht, zusätzlich wurde eine erneuerte Hofanlage mit Schwenkarmen zu den Abstellgleisen der Wagenhalle gebaut. Gesamtkosten: 16 Millionen Euro.
     
© 2006 Correos de Cuba   Der orange-blaue GTW72 erscheint auf einer kubanischen Briefmarke. Die Serie beschäftigt sich mit historischen und modernen Eisenbahnsystemen, der Spitzenwert der Serie zur Weltjugendbriefmarkenausstellung BELGICA`06 zeigt neben einer Einschienenbahn im australischen Brisbane eine Schwebebahn, die in den Bahnhof Ohligsmühle einfährt. Ein ähnliches Motiv wurde schon auf Briefmarken aus Mali und Liberia verwendet.
     
GTW72 mit beklebten Scheiben.   Die britische Künstlerin Cornelia Parker bringt mit ihrem Projekt Mood-Train „Sicht Weisen-Kunst auf der Talachse“ Farbe in das Schwebebahnerleben. Parker beklebt die Scheiben von sieben Zügen mit farbigen Folien, so erleben die Fahrgäste die Wupper wie in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts – als die Wupper durch die Einleitungen der Textilindustrie immer wieder verschiedenfarbig schimmerte. Das Echo auf die Aktion ist zweigeteilt: Die einen stören sich an der beeinträchtigten Aussicht, andere freuen sich über das farbige Lichtband, das der in der Dunkelheit vorbei rauschende Zug in den Himmel schreibt.
     

2008

   
Unfall auf der Strecke. 05.08.2008: Der Kranaufbau eines Kleinlasters bohrt sich in den Wagenboden der Bahn mit der Nummer 24. Dabei wird der vordere Wagenteil von vorne bis kurz vor dem Gelenk aufgeschlitzt. Die Arbeit war den WSW nicht gemeldet worden – wie es normalerweise Pflicht ist.
     
Der Kleinlaster mit Kranaufbau.    
     
Der aufgeschlitzte Zug.    
     

2012

   
Ein GTW72 für den Wuppertaler Zoo. 2012: Die WSW schenken dem Wuppertaler Zoo einen ausrangierten Schwebebahnzug. Der Wagen mit der Nummer 21 ist eines von zwei Fahrzeugen, die im Sommer 2012 vom Gerüst genommen werden, weil bei beiden die kostspielige Hauptuntersuchung kurz bevor steht und durch den Abriss der Wagenhalle Oberbarmen Abstellplätze knapp geworden sind.
     

2013

   
Der evakuierte GTW72 nach Abriss der Stromschiene. 17.10.2013: Auf einer Länge von ca. 260 Metern löst sich die Stromschiene der Schwebebahn und stürzt teilweise herab. Dabei werden zwei parkende Autos und das Fahrzeug einer Frau, die auf der B7 unterwegs ist, getroffen. Weil ein Schwebebahnzug an der Unfallstelle stehen bleibt, muss die Feuerwehr die 76 Fahrgäste über einen Hubwagen aus dem Zug heraus holen.
     

2016

   
Wuppertal begrüßt die neue Schwebebahn. 18.12.2016: Mit einem großen Fest an der Schwebebahnstation Kluse wird die neue Schwebebahn-Generation in Betrieb genommen: Die himmelblauen Bahnen hören auf die Typbezeichnung G15.
     
Der erste Zug im Bahnhof Vohwinkel.    
     
Alt und neu in der Wagenhalle.    
     

2018

   
Der Unfall in Höhe Zoo / Stadion. 18.11.2018: Stromschienenabriss: Ein 350 Meter langes Stück Stromschiene stürzt auf ein Auto, verletzt wird niemand. Im August 2019 wird der Betrieb der Schwebebahn wieder aufgenommen.
     
Die abgerissene Stromschiene.    
     

2019

   
Die letzte Fahrt der GTW72. 26.05.2019: Wuppertal sagt Tschö! Der letzte GTW72 mit der Wagennummer 28, dreht  nach 47 Dienstjahren ihre letzte Runde über die Wupper. Hunderte Wuppertaler machen noch einmal Fotos der fahrenden Bahn und verabschieden sie unter Applaus in den Ruhestand.
     
Der GTW72 fährt noch einmal durchs Tal.