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Ein Baukastensystem aus Stahl
Die Konstruktion
Das Schwebebahngerüst besteht aus 'Normstützen' und 'Normbrücken'.
Die Stützen sind als Pendel- und Ankerstützen auf der Strecke sowie
als schwere Pendel- und Ankerstützen in den Haltestellen konstruiert.
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'Normbrücke' |
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'Normstütze' |
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Die Normbrücken wurden in den Längen 21 m, 24 m, 27 m, 30 m und
33 m angefertigt. Die Brücken stellen räumliche Fachwerke dar, mit
einem mittleren senkrechten Hauptträger (SH), dessen Obergurt wiederum
zu einem horizontal liegenden Fachwerkträger (OH) aufgelöst ist.
In gleicher Ebene mit dem Untergurt des senkrechten Hauptträgers
(SH) ist der untere Horizontalträger (UH) mit den außen liegenden
Schienenträgern angeordnet.
Um das System, das die Last der Fahrzeuge von der Fahrschiene in
den Hauptträger überträgt, tragfähig zu machen, wurden seinerzeit
die so genannten 'Hängestäbe' vorgesehen. Dieser konstruktive Kunstgriff
ist das eigentlich Besondere des eingangs erwähnten Patentes von
Anton Rieppel.
Die im Rahmen des Ausbaues neu eingesetzten Stützen haben nach wie
vor eine Höhe von ca. 15 m über der Wupper und eine Höhe von ca.
8 m über den Straßen auf der Landstrecke. Die Fahrschiene der Schwebebahn
liegt auf beiden Seiten der Brücken auf dem Fahrschienenträger auf.
Die Fahrschienenträger stehen unverändert in einem Abstand von ca.
4 m zueinander.
Die Berechnung
Der Stahlbau war am Ende des 19. Jahrhunderts eine noch relativ
junge Bauform. Erst nach der Erstellung erster großer Stahlbauten,
wie der Schwebebahn, fand eine wirkliche Erprobung und Bestätigung
der jungen Berechnungen statt. Viele Erkenntnisse um die Jahrhundertwende
flossen in die Konstruktion des damaligen Bauwerkes nicht mehr ein.
Zur Berechnung der neuen Tragkonstruktion waren die statischen und
physikalischen Größen der Eigengewichte der Stahlkonstruktion, der
Ausrüstungsteile, der Windkräfte, der Temperaturschwankungen, der
schwingenden und stoßartigen Belastungen aus Anfahr- und Bremskräften
der Schwebebahnen sowie deren Eigengewicht einzubeziehen.
Den heutigen Berechnungen liegen komplexe mathematische Modelle
zugrunde, die mit Hilfe moderner Rechner zuverlässig und wirtschaftlich
erstellt werden. Alle Berechnungen werden von unabhängigen Ingenieuren
auf Vollständigkeit und Richtigkeit geprüft, damit die Sicherheit
des Bauwerkes garantiert ist und die entsprechenden baurechtlichen
Vorschriften erfüllt werden.
Beispiel der heutigen Lastannahmen: Verkehrslast Gelenktriebwagen
| Ständige Last |
g = 1200 kg/m |
| Schienen, Kabeltrasse, Gehweg |
g = 295 kg/m |
| Personenschutzanlage |
g = 100 kg/m |
| Winddruck |
W = 2,5 kN/m Brückenanlage |
| Winddruck auf Wagenkasten |
W = 17,6 kN/pro Laufwerk |
| Fliehkraft |
H = 0,24 F |
| Verkehrslast (Laufsteg) |
p = 1,25 kN/m2 |
| Schwingbeiwert |
Durchschnitt = 1,2 |
Der Werkstoff
Die neuen Baustähle entsprechen heute im Wesentlichen den europäischen
Regelwerken für Baustoffe. Teilweise müssen diese Anforderungen
aufgrund der spezifischen Nutzungsvoraussetzungen um zusätzliche
Qualitätsmerkmale erweitert werden. Baustähle, Nieten und Schmiedestähle
besitzen exakte Werkstoffbezeichnungen. Das Grundmaterial wird jeweils
direkt in den Stahlwerken von unabhängigen Instituten auf Qualität
geprüft.
Das Ergebnis der Überwachung wird in einem Abnahmeprüfzeugnis dokumentiert
und der Bauwerksakte beigefügt.
Die Herstellung
Durch die im späteren Betrieb auftretenden hohen und wechselnden
Belastungen muss die Herstellung der einzelnen Bauteile ausnahmslos
sehr sorgfältig vorgenommen und überprüft werden.
Die Niettechnik wird eigentlich im Stahlbau seit den 60er Jahren
nicht mehr eingesetzt. Grundsätzlich hat sich diese Verfahrenstechnik
aber nicht verändert. Lediglich die damals aufzubringende Muskelkraft
wird heute durch Maschinenkraft ersetzt.
Der im Elektroofen bis zur Weißglut erhitzte Niet wird noch mit
der Nietzange aufgenommen, entzundert und dann in das vorbereitet
Loch gesteckt. Der Setzkopf muss nun vom Gegenhalter des Nietwerkzeuges
aufgenommen und fest an das Werkstück gepresst werden. Dieses Werkzeug
hat die gleiche Form wie der Kopf des Nietes. Auch die genaue Länge
des Nietes muss festgestellt werden. Die Bildung des Schließkopfes
erfolgt mit dem in dem Nietbügel eingebauten Kopfmacher. Die erforderliche
Kraft, bis zu 500 kN, wird durch einen Hydraulikzylinder erzeugt.
Die Brückenkonstruktionen werden in den Werkstätten komplett zusammengebaut
und in einem Stück angeliefert.
Der Korrosionsschutz
Hinsichtlich des neuen Korrosionsschutzes wird ein Schutzsystem
angewendet, welches aus Feuerverzinkung und einer anschließenden
Beschichtung mit Lacken besteht.
Nach der sorgfältig durchzuführenden Strahlentrostung aller Bauteile
erfolgt die Feuerverzinkung. Sofort im Anschluss daran wird ein
Primer als Voranstrich aufgebracht. Nietköpfe und Schweißnähte werden
nach dem Zusammenbau durch zwei Beschichtungen besonders behandelt.
Nach Abschluss sämtlicher Arbeitsvorgänge, wie Transport- und Montagearbeiten,
wird nach fachgerechter Ausbesserung der entstandenen Schadstellen
die letzte Deckbeschichtung aufgebracht.
Die Farbtöne für die neue Tragkonstruktion entsprechen dem historischen
Vorbild.
Zu diesem Thema existiert eine Broschüre, die Sie hier
downloaden können.
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